| Vom Kriegsalltag der Syker Feuerwehr |
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Als die alliierten Bomberverbände Anfang der 40er-Jahre die deutschen Städte angriffen, waren Einsätze der Syker Wehr in Bremen und Hannover Bestandteil ihres (Kriegs-)Alltages, denn sie gehörten zu dieser Zeit zur I. Bereitschaft. Allein 21-mal wurde man allein zu Großbränden in die Hansestadt gerufen. 12 bis 16 Stunden am Stück waren da keine Seltenheit, manchmal dauerten die Einsätze sogar mehrere Tage. Damals mit dabei war auch der 16-jährige Kurt Meyer, der gerade eine Lehre bei der Stadt begonnen hatte und damit automatisch bei der Freiwilligen Feuerwehr landete — "notdienstverpflichtet für den Feuerschutz". "Ausgelöst wurde der Alarm telefonisch oder durch Hornisten, die über die Stadt verteilt waren", erinnert sich Kurt Meyer. "Die Sirenen waren ja für die Luftabwehr reserviert." Sobald das Hornsignal ertönte, schwang man sich auf seinen Drahtesel und radelte zum Feuerwehrgerätehaus. Dort wartete dann meistens Paula Sievers, die Frau von Gerätewart Heinz Sievers und, so Meyer, "für uns alle so etwas wie die Mutter der Feuerwehr", und erzählte, was passiert war. "Tja, und wenn dann genug da waren, ging 's los." An einen Großeinsatz im Winter 1943 erinnert sich der Syker noch genau: Es hieß "in der Meyerstraße in Bremen brennt ein Haus." Was nicht ganz den Tatsachen entsprach, wie sich herausstellte. "Als wir da ankamen, brannte die ganze Meyerstraße." Und damit nicht genug. Zwei Stunden lang war die Syker Wehr in der Meyerstraße im Einsatz, da meldete ein Kradfahrer schon den nächsten Großbrand in Bremen. Im Hafen brannte ein Baumwollschuppen, die Syker Feuerwehrmänner sollten die Bremer Berufsfeuerwehr ablösen. Was sie natürlich taten — zwölf Stunden lang, ohne Unterbrechung. "Gutes Stück der Syker Wehr war damals noch ein offener „Hansa Lloyd". Eine zugige Angelegenheit, zumal in den Winternächten 1943. Ein ganz besonderes Vergnügen hatte noch dazu derjenige, der vorne saß. "Der musste die ganze Zeit klingeln." Den ersten geschlossenen Einsatzwagen bekam die Syker Wehr 1944. Für Kurt Meyer war das Kapitel Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt allerdings "erstmal erledigt' — im August '44 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. "Nach dem Krieg bin ich dann aber gleich wieder dabeigewesen", erzählt Meyer, der mit Erreichen der Altersgrenze 1988 aus dem aktiven Dienst ausschied. 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr — was hat sich geändert in dieser Zeit? „Natürlich sind die Wehren von heute viel schlagkräftiger, haben eine bedeutend bessere Ausrüstung als wir damals", vergleicht Meyer. Auch das Aufgabengebiet der Wehr habe sich deutlich verändert. "Wir waren ja noch eine reine Feuerwehr, die nur für Brandeinsätze alarmiert wurde." Heute dagegen gehören vielfältige technische Hilfseinsätze, vor allem auch Verkehrsunfälle und Öleinsätze, zum Standardprogramm der Syker Wehr. Unverändert geblieben ist dagegen in all den Jahren der Spaß am sportlichen Vergleich mit anderen Feuerwehren: "Das war ein Tag 1948 in Hameln, als die Syker Wettkampfgruppe beim Bezirkswettkampf den ersten Platz belegte ..." |